Festschmaus

 

 

Der Mönch lebt fromm in seiner Klaus'

sein Mahl war stets bescheiden

so dachte er sich einmal aus

den Leut’ was Gutes zu bereiten.

 

Im Schlosse gab’s viel Prasserei

das wurmte ihn schon lange

ich wag’s, denkt er, ist’s einerlei

mir ist darob nicht bange.

 

So trat er zu dem Grafen hin

und sprach ihm ins Gewissen

ihr habt gar Schlimmes nur im Sinn

laßt Gutes stets vermissen.

 

So könnt ihr doch, so will ich meinen

ein Hirschlein mir heut' jagen

ich will’s an Arme gern verteilen

die sah’n kein Fleisch seit Tagen.

 

Der Ritter war gar sehr erstaunt

was sich der Mönch erdreist'

doch war er eben gut gelaunt

und ihm die Freud erweist.

 

     

 

36 37